CORINNA WENDORFF
STEUERBERATERIN

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Steuern / Einkommensteuer 
Mittwoch, 20.02.2019

Kein Kindergeld für "AOK-Betriebswirt" nach Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten

Das Finanzgericht Münster entschied, dass ein nach Abschluss der Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten aufgenommener Ausbildungsgang zum “AOK-Betriebswirt” nicht mehr Teil einer einheitlichen mehraktigen Berufsausbildung ist (Az. 3 K 577/18).

Im vorliegenden Fall bestand der volljährige Sohn der Klägerin im Juni 2013 die Prüfung zum Sozialversicherungsfachangestellten. Nach einem Potenzialanalyseverfahren der AOK nahm er im Oktober 2014 den betriebsinternen Studiengang zum “AOK-Betriebswirt” neben einer Vollzeitbeschäftigung bei der AOK auf. Die Familienkasse lehnte den Kindergeldantrag der Klägerin ab Oktober 2014 ab. Der Sohn habe bereits eine Ausbildung abgeschlossen. Die Klägerin war der Ansicht, dass das zeitnah durchgeführte Potenzialanalyseverfahren als Teil des Studiums anzusehen sei und deshalb ein enger zeitlicher und sachlicher Zusammenhang zwischen den Ausbildungsabschnitten bestehe.

Die Klage hatte vor dem FG Münster keinen Erfolg. Nach Auffassung des Gerichts besteht kein Kindergeldanspruch, weil der Sohn der Klägerin einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachgegangen ist und eine erstmalige Berufsausbildung abgeschlossen hat. Des Weiteren sei der AOK-interne Studiengang zum “AOK-Betriebswirt” bereits deshalb nicht Teil einer mehraktigen erstmaligen Berufsausbildung, weil er nicht staatlich anerkannt und ohne die Beteiligung staatlicher Stellen konzipiert worden sei.

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